Routinen – Warum und wie du dir welche aufbaust

In meinen letzten Posts ging es viel um Motivation und wie wichtig es ist jede Art der Motivation zu Nutzen und dass das der Schlüssel ist um produktiv zu sein. Nun ja, das ist nicht die ganze Wahrheit. Denn tatsächlich gehört dazu noch ein kleines bisschen mehr.

Vor einigen Tagen habe ich ein Video von Philipp bei PhilippDotCom auf YouTube oder auch auf Philipp Sewing auf seinem Blog, gesehen und es hat mir tatsächlich die Augen geöffnet. Er sprach darüber, dass man Routinen braucht um Ziele zu erreichen, neue Fähigkeiten zu generieren und sich zu verbessern, dafür ist Motivation nur der Anfang, danach braucht man Willensstärke, Disziplin und Ehrgeiz. Hier kommt ihr zu seinem Video. 

Für mich war das eine neue Herangehensweise, denn ich hatte nie Routinen oder Gewohnheiten als wichtigen Faktor für Erfolg gesehen. Klar wusste ich, dass „tägliches Üben“/Gewohnheiten/Routinen große Fortschritte oder auch Organisation und Struktur hervorbringen können, stempelte es aber eher als „Nice to have“ ab.

Während meiner Recherche erkannte ich, dass man manche meiner „Tiefpunkte“ auf fehlende Gewohnheiten und Routinen zurückführen kann. Sport in meinen Alltag zu integrieren funktionierte nicht gut, mich mehr mit meiner Kamera zu beschäftigen habe ich auch nicht wirklich hinbekommen und jeden Tag neu zu beginnen und zu beenden hält das Chaos, welches ich sowohl bin als auch verursache, auch nicht in seinen Grenzen.

Jeden zweiten oder dritten Tag mit einer neuen Motivation starten und mit einem neuen Plan zu starten, weil der alte ANGEBLICH nicht zu mir passt, ist daher auch nicht die Lösung.

Aber erst mal von Anfang an: Was ist eine Routine oder eine Gewohnheit? 

Routinen sind Handlungen, die durch mehrfaches Wiederholen zur Gewohnheit werden.

Gewohnheiten sind Reaktionsweisen, die unter gleichartigen Bedingungen entwickelt wurden und durch mehrfache Wiederholung als Reaktionsschema bei bestimmten Situationen geprägt werden.

-Wikipedia

Kurz: Routinen sind Handlungen, die man so oft wiederholt, bis man sie irgendwann als Gewohnheit automatisch durchzieht.

Wie Zähne Putzen ungefähr. Ihr habt gegessen, geht ins Bad und legt los. Ihr müsst euch dafür nicht großartig motivieren und auch nicht sonderlich große Energie aufwenden um diesen Prozess durchzuziehen.

Und genau darum geht es. Routinen sind automatische Handlungen, die wir durchlaufen ohne darüber nachzudenken und ohne Energie zu verschwenden. Das Beste ist eigentlich, dass diese komplett ohne Motivation ablaufen können und damit Energie und Ressourcen sparen, das Problem: Wir brauchen viel Disziplin um eine Routine aufbauen zu können.

Wie funktioniert das genau? 

Am Anfang ist die Motivation, wir beginnen etwas Neues und sind euphorisch, hier benötigen wir wenig Energie, da unsere Motivation uns Antrieb genug ist jeden Tag diese Handlung durchzuziehen.

Die Motivation lässt in 3-4 Tagen spätestens nach und ab da brauchen wir einen starken Antrieb beziehungsweise Energie um uns aufzuraffen und die Handlung wieder durchzuführen. Das ist der Punkt an dem die Routine greifen müsste (wenn wir eine hätten)

Irgendwann, eventuell nach 21 – 30 Tagen, wird es leichter werden uns aufzuraffen bis wir dann dieses Gefühl entwickeln: Ich muss jetzt diese Handlung machen. Man kann sich das als kleine Stimme vorstellen, die einem sagt: Du stehst jetzt auch und putzt Zähne.

Betrachten wir das mal an einem Beispiel: 

Unser Freund Peter möchte Sport in seinen Alltag integrieren und dafür morgens nach dem Aufstehen sich bewegen.

Sobald der Wecker klingelt, steht er auf und macht ein paar wenige Übungen. Am Tag 2 macht er es wieder und am Tag 3 auch. Am Tag 4 klingelt der Wecker und obwohl Peter gemerkt hat, dass die Tage davor alles super gelaufen ist, hat er heute keine Lust und schenkt sich die 10 Minuten mehr im Bett. Die nächsten Tage darauf verläuft es ähnlich und Peters Projekt ist gescheitert.

Was ist passiert? 

Die Motivation hat Peter dazu angetrieben, anzufangen. Er ist die ersten Tage aufgestanden und hat sich bewegt. Als die Motivation abgeklungen ist, hat Peter keinen richtigen Antrieb. Er hatte keine Willenskraft.

Eine Routine baut sich nicht innerhalb von wenigen Stunden auf. Oft spricht man zwar von der 21 Tage Regel, doch ich bin der Meinung, dass dies nicht immer funktioniert, zumindest nicht in kurzer Zeit.

Wir alle wissen, wie schwer es sein kann, sich schlechte Angewohnheiten abzugewöhnen, genauso schwer ist es sich gute Gewohnheiten anzugewöhnen. Man braucht Willensstärke, Disziplin und Ehrgeiz.

Was müssen wir dafür tun?

Wenn Peter das Ziel verfolgt, morgens Sport zu treiben, dann muss er sich mit dem Thema jeden Tag ohne einen einzigen Aussetzer mit dem Thema beschäftigen. Für ungefähr 30 Tage, je nach dem was ihr euch an oder auch abgewöhnen werdet.

Das bedeutet nicht, dass er jeden Morgen ins Fitness Studio rennen muss und dort exzessiv Krafttraining betreibt, das ist by the way auch nicht gut für den Körper. Das „Ziel-Thema“ muss sich in Peters Kopf verankern. Das heißt er kann morgens einfach mal ein kurzes Work Out Zuhause machen, eine Runde Joggen gehen, eine langen Spaziergang machen, vielleicht einen Sportkurs besuchen oder aber auch einfach sich dazu belesen und informieren.

Wichtig dabei ist es wirklich keinen einzigen Tag auszusetzen.

Ja und wie baut man jetzt eine Routine auf?

Dazu habe ich des öfteren 3 Schritte gefunden!

#1 Informationsbeschaffung & Passive Vorbereitung

Ihr wisst vielleicht mittlerweile wie sehr ich Vorbereitungen liebe und auch immer wieder predige wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein. Auch hier ist es wieder genauso.

Man beginnt sich mit dem Thema auseinander zu setzen, lernt es kennen und findet die wichtigsten Informationen und Fakten heraus.

Unser Peter kann dazu sich im Internet belesen, herausfinden was er für verschiedene Sportaktivitäten gibt und vielleicht Freunde und Bekannte fragen, wie sie es geschafft haben morgens sich zu bewegen und was sie tun.

Diese Phase sollte kurz und knapp gehalten werden, man sollte sich ein gutes Basiswissen aneignen und die Fakten sammeln, die man wirklich braucht.

#2 aktive Vorbereitung

Jetzt wird geplant! Hier werden die Informationen, die man gesammelt hat, verarbeitet und genutzt um einen Plan zu entwickeln.

Ebenfalls Teil dieser Phase ist es seine eigenen Schwachpunkte herauszufinden, ein Support-System zu entwickeln und sich selbst eine Belohnung setzen, auf die man hinarbeiten kann.

Peter hat herausgefunden, dass Krafttraining für Anfänger 2 bis 3 Mal die Woche empfohlen wird (das ist jetzt ein erfundener Fakt um das Beispiel zu verdeutlichen), dafür meldet er sich in einem Fitness Studio an und findet auch einen Sportkurs, den er dann ebenfalls an einem Tag morgens machen kann. An den anderen Tagen hat er sich ein Workout rausgesucht, eine Jogging Strecke geplant und auch einen morgen im Schwimmbad vorhergesehen.

Er weiß, dass seine Schwachpunkte die Morgende sind, an denen er seine Freundin zu Besuch hat oder auch selbst Besuch bei jemand anderem ist. Für solche Morgende plant er mit seiner Freundin einen langen Spaziergang morgens zu machen (oder sie auch einfach mit zum Sport zunehmen) oder sich auch den Tag mal nutzen um sich weitestgehend zu informieren, neue Übungen zu finden etc. Desweiteren hat er sich seinen Freund als Trainingspartner festgelegt, der ihn zur Not auch zwingt Sport zu treiben.

Als Belohnung setzt sich unser Peter ein paar neue Schuhe, dass er schon länger im Blick hat, welches er sich nach den 30 Tagen, die er sich persönlich gesetzt hat, kaufen darf.

Wichtig ist, dass die Belohnung nicht im Konflikt mit eurem Ziel steht. Wenn ihr aufhören wollt zu rauchen, ist es nicht klug, als Belohnen eine Packung Zigaretten zu nehmen.

#3 aktive Umsetzung

Und das ist der schwierige Teil. Motiviert wird gestartet aber es kommt im Endeffekt auf die Disziplin und Willenskraft an.

Es wird definitiv nicht einfach sein, aber zieh es durch und du wirst sehen, dass es einfacher wird.

Hier nochmal alles kurz und knapp zusammengefasst:

  • Routinen sind eingeprägte Handlungen und erlernte Verhaltensmuster, die wir automatisch durchführen und uns helfen Energie und Ressourcen zu sparen.
  • Sie aufzubauen, erfordert viel Disziplin und Willenskraft über einen unbestimmten Zeitraum hinweg, abhängig von der Gewohnheit die man aufbauen möchte.
  • Wer anfängt eine Routine aufzubauen sollte JEDEN TAG OHNE AUSSETZER daran arbeiten
  • Die Arbeit besteht darin, sich mit dem Ziel-Thema auseinander zu setzen, um es fest im Gehirn zu verankern. Dabei kann es sich um einen Workshop handeln, die Aktive Durchführung oder auch Belesen.
  • Das Aufbauen einer Routine kann in 3 Schritten erfolgen:
    • #1 Informationen und wichtige Fakte zu dem Thema sammeln, Erfahrungsberichte lesen, Vorbilder finden
    • #2 aktiv Vorbereiten, Plan erstellen, eigene Schwachpunkte herausfinden, Support-Systeme dafür entwickeln und dir selbst eine Belohnung setzen
    • #3 aktive Umsetzung, Durchziehen und gegen den inneren Schweinehund ankämpfen.

Und jetzt wünsche ich dir viel Erfolg beim Aufbau deiner neuen Routine!

Bis zum nächsten Mal!

Lisa ♥

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