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Die Erste Eigene Wohnung

Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich mit euch über die erste eigene Wohnung schnacken (erzählen). Wie es dazu gekommen ist, wie es sich anfühlt und was das so mit sich bringt, in seinen eigenen 4 Wänden zu wohnen.

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Meine Story

Wie auch bei vielen anderen ist der Grund für den Auszug aus dem Elternhaus mein Studium. Ich hatte mich für ein Studium in einem Ort beworben der 100 Kilometer von meinem Heimatort und Elternhaus entfernt ist. Da ich kein eigenes Auto besitze, musste ich mich nach Wohnmöglichkeiten umsehen. Zu erst war der Plan in eine WG zu ziehen, doch leider wurde keine geeignete Wohnung gefunden und aufgrund von dem größer werdenden Zeitdruck ,musste ich mich allein umsehen.
Für ein Zimmer/Wohnung im Studentenheim, hatte ich mich zwar beworben, aber ich wusste von vornherein, dass meine Bewerbung zu spät kam und die Wahrscheinlichkeit noch einen Platz zu ergattern, sehr gering war.

Meine Freundin fand eine Ein-Raum-Wohnung in einem großen Wohnkomplex und ich durfte mit zur Besichtigung. Dort stieß ich auf mein jetziges Zuhause. Eine 30m² große Ein-Raum-Wohnung mit einer schönen Fensterwand (mein Highlight) und einer Single-Küche (falls jemand nicht weiß wie sowas aussieht: Link). Anschlüsse für Herd oder Waschmaschine gibt es hier nicht. Für den einen oder anderen klingt das nach dem reinsten Horror, allerdings bin ich sehr flexibel und meine Ansprüche lauteten nur noch: ‚eine bezahlbare Wohnung in Nähe der Uni‘ und außerdem Not macht erfinderisch.

Der Umzug ging dank Familie und Freunden relativ schnell. Die Möbel, teilweise neu, zum Teil meine Eignen und auch gebrauchte Möbel. Alles fand irgendwie seinen Platz und ich bin bis heute glücklich über mein eigenes kleines Heim.

Die ersten Tage waren etwas chaotisch, schließlich muss man jetzt alles allein machen, Kochen, Putzen, Rechnungen bezahlen, wichtige Telefonate führen. Was das alles anging, war ich von meinen Eltern verwöhnt worden. Aber so schwer ist das gar nicht. Das größte Chaos waren meine ganzen Finanzen. Da ist es auch passiert, dass es die ersten 2 Monate schon mal knapp werden konnte. Aber aus Fehlern lernt man und nach dem endlich mein Bafög kam, lief alles gleich viel besser und ich bekam alles in den Griff.

Meine Gefühle waren anfangs auch sehr gemischt, zum Teil dieses überwältigende Gefühl von Freiheit und auch diese hilflose Angst vor dem Allein sein. Für jemanden der gerne Horrorfilme sah, war allein in einer neuen Wohnung mit neuen Umfeld und neuen Geräuschen schon etwas nervenaufreibend, vor allem in der Nacht.

In meiner ersten Woche in meinem Zuhause, wurde jeden Abend unter Tränen  mit meinen Eltern telefoniert, wie sehr man doch den anderen vermisst und das stimmte wirklich. Ich vermisste meine Eltern, meinen Kater, den frischen Brötchenduft, der von der Backfirma nebenan zu mir in mein altes Zimmer wehte. Meine Schwester und ihre Kinder, die auf der gegenüberliegenden Straße wohnen. All die schönen Sachen fehlten mir, aber dafür die schlechten umso weniger.
Der Typ, der über uns wohnte und jede Nacht irgendeinen Zock-Marathon (lautstarke Ausraster inbegriffen) veranstaltete, genau über meinem Zimmer. Mein altes Bett mit durchgelegene Matratze, dass zu klein für 2 Personen ist (schlecht wenn mal der Freund oder ein Übernachtungsgast da ist). Die Hauptstraße die in unmittelbarer Nähe war und und und.

Das mit Abstand Schönste für mich, wenn man allein wohnt, ist die Privatsphäre. Niemand der ungefragt ins Zimmer platzt, niemand der dir Hausarbeit aufs Auge drückt, niemand der dir an den Fersen hängt, dass du noch dieses und jenes tun musst (kann Fluch und Segen sein). Andererseits kann man sich plötzlich sehr einsam fühlen. Dank meinem Freund und einer Freundin im Haus, ist das gar nicht so schlimm für mich gewesen und seine Nachbarn kennen zu lernen geht manchmal auch sehr schnell. 🙂

Was bei mir vor dem Umzug eine große Sorge war: Das Putzen!
Klar, 30m² zu putzen ist jetzt nicht sooooo viel, aber für jemanden wie mich der eigentlich sehr chaotisch und putzfaul ist, kann das schon Gänsehaut hervorrufen.
Doch es kommt anders als erwartet. Ich putze gerne. Wenn meine Wohnung schön sauber aussieht, nichts auf dem Boden liegt, die Teller sich nicht in der Spüle stapeln, dann fühle ich mich wohl und bin glücklich (und auch etwas stolz). Ich habe kein Problem damit, das Geschirr abzuwaschen oder mein Bad zu wischen, das Problem war immer, dass man es mir gesagt hat.
Kennt ihr das auch? Ihr seid gut drauf, denkt euch so: ‚Ja, ich könnte ja dann mal Staubsaugen, Hausaufgaben machen und vielleicht mal den Kleiderschrank aufräumen.‚ und dann kommt irgendjemand (hauptsächlich die Eltern) und sagt: ‚Räum deinen Kleiderschrank auf, und staubsauge doch mal dein Zimmer, Hast du eigentlich schon Hausaufgaben gemacht?‚ Und Zack, Bumm, Motivation futsch, man hat keinen Bock mehr die Dinge zu machen. Das ist immer ganz schlimm bei mir gewesen, denn ich hätte diese Sachen wirklich gemacht (WIRKLICH!) nur vielleicht eine halbe Stunde später aber dann kam sofort der Trotzkopf und schreit „NÖ, JETZT WILL ICH NICHT MEHR!“ Natürlich nicht wirklich, aber im Kopf schreit dann das kleine bockige Kind und ich hoffe es geht mindestens einem von euch genauso, ansonsten mach ich mir hier noch richtig zum Obst. 😀

Hier sind kleine Überlebenstipps für den Umzug und die Wohnung.

#1 Mistet aus VOR DEM UMZUG

Tut euch selbst einen Gefallen und nehmt nicht alles aus dem Schrank und haut es einfach in eine Kiste um es dann in der Wohnung noch mal genauso hinzustellen. Guckt euch alle Sachen an, sind sie vielleicht kaputt? Gefallen sie euch? Habt ihr sowas schon in der neuen Wohnung? Braucht ihr es? Hier kann schon mal schnell 2-3 Kisten wegfallen an Ballast.
BTW: Beim Umzug merkt man wirklich erst, was man alles besitzt.

#2 Nimm was du kriegen kannst

Ja, auch ich lebte in einer Traumwelt und hatte die Vorstellung von der perfekten Wohnung, doch davon konnte ich mich erstmal verabschieden, denn mir fehlte schlicht das Geld für alle neuen Möbel und die ganzen Sachen, die ich haben wollte. Um euch und euren Geldbeutel einen gefallen zu tun, verzichtet erstmal auf all die neuen Möbel von IKEA und Co. Geht in Möbeloutlets, fragt in eurem Umfeld nach Möbelstücken und werft einen Blick auf Webseiten wie ebay oder Shpock. Bei mir gab es in meiner Heimatstadt zum Beispiel ein Lager einer Umzugsfirma, die dort zurückgelassene Möbel ausstellte und billig anbietet. Dann kam es auch dazu, dass jemand seine Couch verschenkte und auch Mikrowelle, Regale, etc. nicht mehr haben wollten. Auch wenn es nicht in euer Farbkonzept passt, nehmt mit was geht. Zur Not sprayt euch die Möbel in eurer Wunschfarbe an.
Kleiner Tipp: Werft eventuell auch einen Blick in die ‚Fundgrube‘ von Ikea, dort habe ich zum Beispiel meinen Schminktisch 40€ billiger entdeckt.

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#3 Dokumente digitalisieren

Ein Tipp der mir leider zu spät eingefallen ist, denn ich habe eine große schwere Kiste voll mit Papieren und Dokumenten gehabt. Nehmt euch mal einen Tag und scannt eure Dokumente ein, Handyverträge, Mietverträge, wichtige Rechnungen und anderen wichtigen Kram und lasst die Originale im Elternhaus. Speichert die Dokumente dann auf eurem Computer, einem Stick, externen Festplatte.
1. So können sie beim Umzug nicht beschädigt werden
2. Ihr sparrt eine Meeeeeeenge Platz (+ein Karton weniger zu schleppen)

#4 pelzige Mitbewohner

Wer jetzt überhaupt keine Freunde in der Nähe hat oder sich dennoch ziemlich einsam fühlt so allein, wie wäre es denn mit einem tierischen Mitbewohner? Ich weiß, zahlt keine Miete, macht nicht sauber und verursacht nur Kosten, aber man hat Gesellschaft. Sei es eine Katze, ein Hund, Hamster, Fische, Mäuse, Ratten, Vögel, Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröte, etc. Die Auswahl ist groß und vielleicht ist ja auch das richtige für euch dabei. Natürlich sollte man überlegen ob man überhaupt Zeit hat sich um das kleine Lebewesen zu kümmern, aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
In meinem oder eher ‚unserem‘ Fall (mein Freund und ich), handelt es sich dabei um 2 kleine Ratten, umstrittene Tiere, aber sie sind super lieb, sehr reinlich und machen nicht viel Krach. (Die braune heißt Schoko und die weiß-graue Müsli #nojoke)

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#5 Freunde und Familie statt Umzugsfirma

Wer natürlich das Geld hat, kann eine Umzugsfirma engagieren, in meinem Fall musste ich sparren wo es ging und habe deswegen Familie und Freunde gefragt ob mir jemand beim Umzug helfen könnte. Vielleicht versteckt sich in eurem Umfeld auch das eine oder andere ‚Farbengenie‘, also jemand der gerne Wände streicht oder malert und der euch dabei auch helfen kann. Mal abgesehen davon, dass es für alle Beteiligten anstrengend sein kann, ist es auch lustig und man sparrt Geld, denn ein Kasten Bier und was zum Essen für die Mannschaft, kostet nicht so viel wie eine Umzugsfirma.

#6 Sagt wenn was ist

Wenn ihr Mängel in eurer Wohnung habt, das Fenster zum Beispiel kaputt ist, wie in meinem Fall, dann geht zu eurer Hausverwaltung und meldet das. Es wird euch niemand den Kopf abreißen und es passiert eben dass bei der Wohnungsübergabe kleine Dinge übersehen werden.

#7 Not macht erfinderisch

Keine richtige Küche? Kein Problem für mich. Meine ‚Küche‘ besteht aus einer Küchenzeile mit 2 Herdplatten einer Spüle und einem Kühlschrank. Da war kein Platz für die alte Küche meines Bruders, dachten alle und auch ich. Lange machte ich mir Gedanken darüber über den fehlenden Platz für alle Teller, Töpfe und Pfannen. Und dabei habe ich viel zu umständlich gedacht. Ich habe die Hängeschränke der Küche einfach woanders aufgehängt, darunter eine alte Kommode platziert und darin bewahre ich nun all meine Küchenutensilien auf.
Zweites Beispiel: Ich hatte keinen Tisch für meinen Fernseher also nahm ich 2 Wandregale und stapelte sie übereinander.

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#8 ladet Freunde ein

Ein guter Tipp gegen die Einsamkeit. Ladet doch mal eure Freunde auf einen geselligen Abend oder auch zur Übernachtung ein. Damit könnt ihr nicht nur den Kontakt besser aufrecht erhalten, sondern fühlt euch auch weniger einsam.
Was auch geht, jemanden aus eurer Uni zum gemeinsamen Lernen einladen, hat den selben Effekt und man lernt sich besser kennen und macht sogar was für die Uni.

 #9 ein bisschen Grün schadet nie

Wenn ihr das Gefühl habt, eure Wohnung ist zu leer schnappt euch kleine Topfpflanzen und sucht einen geeigneten Platz. Es macht einen riesen Unterschied, glaubt mir. Wer absolut keinen grünen Daumen hat, kann auch auf Kunststoffpflanzen zurück greifen.

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‚Und wie geht es dir jetzt in deiner Wohnung?‘

Ich fühle mich UNGLAUBLICH wohl!

Meine Wohnung ist nicht perfekt, aber ich bin einfach so verliebt, auch in die kleine Stadt in der ich jetzt wohne. Alles wirkt nun viel vertrauter und ich kann sagen, dass es nicht nur die anfängliche Euphorie ist. Mit der Einsamkeit habe ich nicht so viel zu kämpfen, da mein Freund sehr oft bei mir ist und wir viel zusammen in meiner Wohnung machen.

Was mir auch sehr gut gefällt, dass man so nun selbst bestimmen kann was man isst oder kocht. Natürlich muss man selbst kochen (Vorteil wenn man keinen Ofen hat, man kann sich nicht so oft Pizza machen :D), aber gerade wenn man eine bestimmte Diät machen möchte oder sich mal auf eine andere Weise ernähren möchte egal ob Low Carb, Paleo oder auch eben vegetarisch beziehungsweise vegan, dann klappt das viel besser ‚allein lebend‘. Denn wenn man sonntags am Mittagstisch sitzt und alle Sonntagsbraten mit großen Klößen isst und man daneben sitzt mit einem Salat oder einem Low Carb Gericht, dann fühlt man sich schnell ausgeschlossen oder lässt sich lieber bekochen als sich selbst hinzustellen.

Also im Fazit: Ich fühle mich sehr wohl in meiner Wohnung und bin unendlich zufrieden und glücklich wie alles ist, auch wenn ich immer wieder umräume, Möbel verrücke, dann mach ich es gerne weil ich es einfach kann.

Kleine Eindrücke:

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ein schmales Bücherregal wurde bei mir zum Nachttisch (gefunden in der IKEA Fundgrube)

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Ausblick aus einem meiner vier Fenster

IMG_8985IMG_9023auf meinem ‚Notfallbalkon‘ im Hintergrund mein Wohnkomplex der auch gern Alcatraz genannt wird

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Das war’s von mir, bis zum nächsten Mal!
Lisa ♥

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